Sexueller Missbrauch

DNA-Spurensicherung bei missbrauchten Jungen

Bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch von Jungen sollte nach vorsichtigem Spreizen des Anus mit einem Watteträger das Spurenmaterial gesichert werden. Unter Umständen sind nach vorsichtiger analer Untersuchung Spuren am Handschuhfinger zu sichern. Bei Knaben ist ebenfalls nach Biss-Spuren zu suchen! Auch hier hilft eine DNA-Primäranalyse, die lediglich den Nachweis "fremder DNA" sichert. Die individualisierende DNA-Untersuchung darf nur auf behördliche Anordnung durchgeführt werden. Die Beweise sind aber dann gesichert und stehen für ein Strafverfahren zur Verfügung.

Lokalbefund im Genitalbereich

Allergien und Hautkrankheiten mit atypischem Verlauf (Pyodermien, Ekzeme) können ebenfalls auf sexuellen Missbrauch hindeuten.

Bakterielle Erreger

Bakterielle Erreger der sexuell übertragbaren Krankheiten (STD) sind: Neisseria gonorrhoeae, urogenitale Mykoplasmen und Ureaplasmen, Chlamydia trachomatis, Haemophilus ducreyi, Treponema pallidum.

Virale Erreger

Virale Erreger der STD: Human-Immunodeficiency-Virus (HIV)
Parasitäre Erreger: Trichomonas vaginalis, Ektoparasiten.

Sehr oft jedoch ist sexueller Missbrauch bei der körperlichen Untersuchung nicht diagnostizierbar. Jede verdächtige Verletzung sollte beschrieben, fotografiert und skizziert werden.